(Die Smaragdtafel des Hermes Trismegistos)
Hermes Trismegistos, der sagenhafte Ahnherr der Alchemie. Der Name kommt aus der synkretistischen Geisteswelt des hellenistischen Alexandrien und bezeichnet den ägypt. Gott der Weisheit Thoth (Tehuti), der zahllose Schriften über geheime Wissenschaften (Medizin, Metallscheidekunst und Alchemie) hinterlassen haben soll und auf dessen Weisheit auch die Tabula Smaragdina beruhen soll. Nur Bruchstücke dieser Schriften sind, meist durch arabische Überlieferung, erhalten geblieben. Manchen Autoren zufolge war der echte Hermes Trismegistos ein Priester Namens Hermon, der um 100 n.Chr. in Alexandrien lebte; dies ist jedoch nicht nachweisbar. Der Kern der zahlreichen Legenden, die sich an Hermes Trismegistos als geistiger Vater der Alchemie knüpfen, ist wohl die Tatsache, dass die Heilkunst und Metallurgie in den ägyptischen Priesterschulen als esoterische Wissenschaften gelehrt und auf göttliche Inspiration zurückgeführt wurde.
Eine phönizische Smaragdtafel. Eine Abbildung stammt aus einem alten alchemistischen Manuskript aus der Sammlung Dr. S. Bacstroms aus dem 18. Jahrhundert. Bacstrom: "Ein antiker Autor, sein Name ist nicht überliefert, der einige Jahrhunderte vor Christi Geburt lebte, erwähnte, die Tafel am ägyptischen Hof gesehen zu haben; dass sie aus einem wertvollen Stein bestand, aus Smaragd, und dass seine Schrift nicht eingraviert war, sondern erhaben, wie ein Basrelief. Und dass sie zu seiner Zeit schon über 2000 Jahre alt war, und dass das Material dieser Smaragdplatte einst in flüssigem Zustand war, wie geschmolzenes Glas, und in eine Form gegossen wurde, und dass der Künstler dieser flüssigen Masse durch seine Kunst die Härte eines natürlichen und echten Smaragdes gab"
Folgende Inschrift befindet sich auf dieser Tafel
"Die geheime Arbeit des Hermes Trismegistos des Einen und Dreifachen"
(auf Phönizisch: Chiram Telat Machasot, d.h. Chiram, der Universale Agent)
Es ist wahr, ohne Falschheit,
sicher und zuverlässig:
Das, was oben ist, ist wie das,
was unten ist, und das, was unten ist,
ist wie das, was oben ist, und das
betrifft dieses eine wunderbare Werk
Wie alle Dinge ihre Existenz dem Willen
des All - Einen verdanken
entstammen alle Dinge dem All - Einen,
dem am meisten Verborgenen,
auf Anweisung des einen Gottes.
Der Vater des All - Einen ist die Sonne,
seine Mutter ist der Mond,
der Wind hat es in seinem Innersten
getragen; aber seine Amme ist
der Geist der Erde.
Das All - Eine ist der Vater aller Dinge
im Universum.
Seine Macht ist vollkommen,
nachdem es sich vereinigte mit dem
Geist der Erde. Trennt sanft und
sorgfältig die Erde vom Feuer,
das Grobe vom Feinen.
In großem Maße steigt es von der Erde
zum Himmel auf und steigt wieder herab,
neugeboren auf der Erde,
und das Obere und das Untere
verstärken ihre Kraft.
Dadurch habt ihr teil am Glanze
der ganzen Welt und die Finsternis
wird von euch weichen.
Das ist die mächtige Kraft aller Kräfte.
Damit seid ihr in der Lage, alle Dinge
zu überwinden und alles zu verwandeln,
was fein und grob ist.
Auf diese Weise wurde die Welt
geschaffen:
Die Anordnungen, diesem Weg zu folgen,
sind verborgen.
Aus diesem Grunde bin ich
Hermes Trismegistos
(oder: Chriam Telat Mechasot) genannt.
Einer im Wesen aber in drei Aspekten.
In dieser Dreiheit ist die Weisheit
der ganzen Welt verborgen.
Damit endet, was ich zu sagen habe
über die Auswirkungen der Sonne.
Ende der Smaragdtafel.
Im Menschen kommen die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft zur Wirkung wie sie im unaussprechlichen Namen Gottes, dem Tetragrammaton oder JodHeVauHe zum Ausdruck kommen.
Der Kosmos mit all seinen Planeten wirkt auch im Menschen. Das, was man im Kosmos findet, findet man auch in sich selbst. Die Erde als Makrokosmos ist in jedem Menschen als Mikrokosmos. Wir Menschen waren bisher die Krebszelle der Erde.
Hermes Trismegistos sagte: Wie oben, so unten, wie innen, so außen!
Die Tarot-Karte „Der Magier“ zeigt Hermes Trismegistos, der mit den Zeigefinger jeweils zur Erde und hinauf zum Kosmos deutet. Er weist darauf hin, “wie oben, so unten, wie innen, so außen.“ Hermes Trismegistos meint damit, dass alles, was im Menschen existiert, auch im Universum vorherrscht und umgekehrt. Oder: Alles, was uns umgibt, ist auch in uns.
